Tag 9: Freitag, 14.02.

Neben drei sehenswerten Filmen, haben wir aus Anlass unsres heutigen Ansteh-Aussetzens eine kleine Reflexion über das Schlangestehen ausgearbeitet…

Kritik zu No Man’s Land: coming soon…

-> spontanes Reaktionsvideo hier

Kritik zu Boyhood: coming soon…

-> (ewas konfuses) Reaktionsvideo hier

Kritik zu Calvary: coming soon…

Tagebuch: Von Schlangen und anderen Ungeheuern – Constantin über Strategien des Vordrängelns

Tag 10: Ticketrausch und Nickerchen

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Strike! Alle Tickets bekommen (siehe Bild von Maike, coming soon), die wir wollten, und insbesondere Nyyyyyyyyyyyyyyymphomaniac! Wehe, der wird jetz nich gut…

Egal, wir sind happy, waren so aufgedreht und anstrengend (mutmaßlich, für unsere Mitmenschen) wie nie und hatten jede Menge Spaß, trotz oder gerade wegen aller Erschöpfung. Nun sind wir endgültig platt und nutzen die Zeit bis zum nächsten Film (13.00 Uhr: ‘Anderswo’) für ein kleines Nickerchen…

(Constantin)

„Two by two and don’t push the door“

Das letzte Mal Anstehen für Tickets: Heute heißt es Abschied nehmen von diesem selbstzerstörerischen, aber auch liebgewonnenen Ritual. Und auch von unserem Lieblingstürsteher, der sich über 10 Tage seine Stimme ruiniert hat, um den reibungs- und stopplosen Lauf der Drehtür zu gewährleisten, während die Menge der Filmjunkies gierig drängend darauf einstürmte, um diese letzte Bastion vor dem Ticket Counter hinter sich zu lassen:

„Two by two and don’t push the door“, schallte es uns jeden Morgen furchtlos entgegen, jeden Tag ein bisschen mehr wie eine alte Vinylplatte und ohne sich von der Redundanz und Vergeblichkeit seiner Mühen beirren zu lassen: ein moderner Sysiphos…

Heute nun war er plötzlich still. Es scheint tatsächlich ein gewisser Lerneffekt einzusetzen bei den Leuten, nach 10 Tagen. Oder für die geschrumpfte Menge an Wartenden – nichtmal eine volle Länge vor dem Haus – war ihm seine Stimme zu schade. Oder er dachte sich, heut is der letzte Tag, wenn die Drehtür jetzt aussteigt, is mir doch egal. Wie auch immer, auf seinem Gesicht machte sich endlich Erlösung breit. Ein entspanntes Lächeln. So wie auf unseren (nur dass wir aufgedrehter waren). Na dann, erhol deine Stimmbänder, und bis nächstes Jahr!

(Constantin)

Filmkritiken: ‚Zeit der Kannibalen‘ (jetzt aber wirklich)

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Der zweite Spielfilm von Johannes Naber will eine Abrechnung sein mit der postkolonialen Scheinheiligkeit des globalen Kapitalismus und seiner exterritorialen Vertreter. Er will es zu sehr, traut sich doch nicht genug und scheitert letztlich an seiner eigenen Oberflächlichkeit – und seinen Darstellern.

Unsere Kritik findet ihr hier.

Tag 10, Samstag, 6 uhr frühs in der eichhornstraße: Ganze 12 (in worten: zwölf) Wartende vor uns in der Schlange – und zwar schon innerhalb des atriums! Kein in der kälte stehen heute… Die masochistische Entscheidung, uns heute für den letzten tag (und nymphomaniac) nochmal selbst zu unterbieten und bereits um 5 aus dem bett zu fallen, nach ganzen 4 stunden schlaf, hat sich gelohnt – besonders überraschend, als die s-bahn (HASS) doch tatsächlich die dreistigkeit besaß, zwischen südkreuz und anhalter-bahnhof dauerhaft und unangekündigt auszufallen (nicht die spur eines hinweises im netz) und wir auf SEV angewiesen waren.
Trotz dieser tour de force fühl ich mich fitter, als an manchem der letzten tage nach 6 stunden, legt einen un-heimlichen gewöhnungsprozess nahe.
Sven hingegen ist leider kranheitsbedingt ziemlich im Arsch – was ihn nicht hindert hier zu sein. Jürgen ist auf dem weg nach ankara um den valentinstag nachzufeiern und von maike, die gestern komplett ausgesetzt hatte, fehlt leider jedes lebenszeichen… Hoffen wir bloß, dass wir die Berlinale nicht in nur halber stärke beenden müssen…

Filmkritiken: Ärtico

‚Ärtico‘, der Film des Spaniers Gabri Velázquez, mit diesem seltsam anmutenden Titel, war bei mir als Dokumentarfilm abgespeichert gewesen: Tatsächlich beginnt der Film im Gewand einer relativ harmlosen Sozialdoku, steigert sich dann aber schnell und fließend in eine verstörend-dramatische Realfiktion über benachteiligte Jugendliche im Spanien der Krise – und über die unhintergehbare Wichtigkeit der Familie.

Unsere Kritk fiindet ihr hier.