Vazante: Wie ein Gewitter

Es beginnt mit dem leisen Plätschern von Regen und einem schmerzerfüllten Schrei. Die Kamera gleitet von dem verschwitzten Gesicht einer Frau über ihren geschwollenen Bauch zu ihrer Sklavin, die um das Leben von Frau und Kind kämpft, doch die Hand der Hausherrin hebt sich und sinkt langsam hinab. Mutter und Kind sterben. Ihr Tod setzt im Haushalt des  Kolonialherren und Minenbesitzers Antonio eine Entwicklung in Gang, die immer unausweichlicher wird.

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Merkwürdig, Schräg, Genial! ‚The Forbidden Room‘

Was für eine ästhetische Explosion! Was für ein Film!

Was der kanadische Filmemacher Guy Maddin in Zusammenarbeit mit Evan Johnson aus seinen Fingern gezaubert hat, ist eine wahrhaftige, surreal-cineastische tour-de-force. Schon die Bilder und der Teaser auf der Seite der Berlinale sahen vielversprechend aus (diese sind jedoch, wie wir bereits wissen, nicht wirklich vertrauenswürdig), was man dann aber auf der Leinwand zu sehen bekam, übertraf jeden Teaser und jede Erwartung. Von der ersten Sekunde an wird man in die merkwürdige Ästhetik hineingesogen, der Kinosaal füllt sich mit lautem Gelächter…

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Filmkritiken: Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel

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Da wollten wir also den großartigen Mads Mikkelsen im Kino sehen – in der Kohlhaas-Verfilmung von Arnaud des Pallières, die vor einigen Monaten im Kino lief. Wir waren ganz überrascht, ihn im Berlinale-Programm zu finden, noch dazu im “German Cinema”, ohne Ticketbedarf – das war unsere Gelegenheit. Eigentlich wollten wir ihn nur wegen dem Madse sehen. Jetzt waren wir drin – Mads Mikkelsen kam nicht darin vor, und dass das so bleiben würde, war nach 2 Minuten abzusehen: Und trotzdem hatten wir gewaltigen Spaß.

Unsre Kritik zu ‘Kohlaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel’ findet ihr hier.

Tag 1 – Donnerstag, 06.02.2014

Halb 7 Aufstehen. Das kommt uns bereits sehr früh vor, aber bald werden wir eines Besseren belehrt. Duschen, Frühstück (großer Fehler), dann: Stellwerkstörung. Hass auf die S-Bahn. Vom Potsdamer Platz Sprint durch die Arkaden an den Campern vorbei, schnell noch fünf Leute überholen. Endlich in der Schlange. Es ist Acht Uhr morgens und doch sieht es aus, als wären wir bereits viel zu spät dran – obwohl die Ticket Counter erst halb 9 aufmachen. Blutige Anfänger…

Schließlich geht doch alles ganz schnell, im Nu stehen wir vor den Schaltern und schaffen es alle drei, entgegen aller Wahrscheinlichkeit noch ein Ticket für den neuen Wes Anderson zu bekommen: The Grand Budapest Hotel, Freitag, 12.00 Uhr. Nur gut, dass wir keine Jobs haben… Dafür müssen wir Snowpiercer und ‘71 fürs erste abschreiben, die Vorstellungen für den nächsten Tag sind hier schon lange vor uns ausgebucht. Dafür wählen wir den koreanischen Nuoc (2030). Wir sind zufrieden, leiden aber den Rest des Tages am Schock einer nur 5-stündigen Nachtruhe: im ständigen Wechsel zwischen Quängelei und manischer Vorfreude. Und haben Angst vor dem nächsten Weckerklingeln…

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