Sehsüchte 2018, Tag 2: Ein Drache, ein Elch, ein Sakko und Janoschs Lieblingsfilm

Am zweiten Tag des Sehsüchte Festivals gab es nicht nur wieder viele Screenings und Workshops, sondern auch ein Fußballturnier und ein anschließendes Barbecue. Bei ersterem habe ich nicht teilgenommen, bei letzterem sehr wohl. Danke an der Stelle nochmal für das gute Essen.

Nun aber zu den Highlights von Tag 2: weiterlesen →

Sehsüchte 2018, Tag 1: Karussells, Mobbing und die AfD

Es ist wieder so weit. Die Film-Uni Babelsberg öffnet ihre Pforten, auf dass junge Filmschaffende ihre Werke auf die Leinwände ballern und der Pöbel sich daran ergötzen möge. Weniger schwülstig ausgedrückt:
Das 47. Sehsüchte Filmfestival steht an! Wie schon letztes Jahr begebe ich (Janosch, Hallo zusammen) mich nach Potsdam, um mir die kurzen wie langen Beiträge von Jungregisseuren aus aller Welt zu geben. Und natürlich, um hier darüber zu berichten! weiterlesen →

I don’t like Reggae, I love it! -Yardie von Idris Elba

„Ich bin ja ein großer Fan von Idris Elba.“ – ein Satz, den man wohl von jedem so oder so ähnlich hören konnte, der sich während der Berlinale ins Kino begeben hatte, um Elba’s Regiedebut Yardie zu sehen. Ich bin auch ein großer Fan von Elba. Toller Schauspieler, cooler Typ, der beim Q&A einen extrem sympathischen Eindruck hinterlassen hat. Gleichzeitig gehen bei mir aber auch schrillste Alarmglocken los, wenn ein A-List Schauspieler sich entschließt, unter die Regisseure zu gehen. weiterlesen →

Twarz (Mug) von Małgorzata Szumowska – Von Gesichtern und Außenseitern

Das Gesicht verlieren, das heißt im allgemeinen Sprachgebrauch, Ansehen, Glaubwürdigkeit, Würde, Respekt einzubüßen. Vor allem in öffentlichen Räumen sind wir alle (das beschränkt sich ja nicht nur auf asiatische Kulturräume) darum bemüht, unser Gesicht zu wahren. In Twarz (Mug) von Małgorzata Szumowska verliert der Protagonist Jacek (Mateusz Kościukiewicz) sein Gesicht, hier allerdings wortwörtlich. Daraus entspannt sich ein facettenreiches Drama, das feinfühlig und mit viel Witz Fragen zu Außenseitertum und Identität verhandelt. weiterlesen →

Dumm, abstoßend, belanglos – Inkan, gongkan, sikan grigo inkan (Human, Space, Time and Human) von Kim Ki-duk

Ok, ich wurde vorgewarnt. Der Regisseur Kim Ki-duk habe „ein bisschen n’Rad ab“, wurde mir gesagt. „In seinem letzten Film wurden 4 Penisse abmontiert“, oder so ähnlich. „Ist ja alles kein Ding“, dachte ich vorher. Und dann hab ich mich durch Inkan, gongkan, sikan grigo inkan gequält und singe jetzt ein anderes Lied. Ich könnte mich ewig aufregen. So richtig ist das der Film aber nicht wert. Deshalb fasse ich mich einigermaßen kurz. weiterlesen →

Die beste Doku der Berlinale! The Silence of Others von Almudena Carracedo und Robert Bahar

Ich habe bislang fünf Dokumentationen auf der Berlinale gesehen, von denen die meisten gut bis ziemlich gut waren (von der ein oder anderen werden wir sicher noch berichten).

Dann sah ich The Silence of Others von Almudena Carracedo und Robert Bahar und bin mir sicher: Das ist von allen Dokumentarfilmen der Berlinale der stärkste, es sei denn, es käme noch einer von der Qualität des Meilensteins The Look of Silence von 2015 (die Namen sind ja voll ähnlich!), was ich angesichts des Programmes wirklich nicht erwarte. weiterlesen →

Gemeinsam um die Runden kommen – Al Gami’ya – What comes around

Man stelle sich vor: Mehrere Bewohner eines Viertels zahlten regelmäßig einen kleinen Geldbetrag in einen Topf. Danach würde gemeinsam entschieden, wem davon etwas als erstes zukommen soll. Finanzen würden nach Notwendigkeit verteilt, Kinder lernten dieses System von den älteren Generationen und wüchsen mit dem Verständnis auf, dass Geld eine gemeinsame Angelegenheit ist…

weiterlesen →

„Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.“ – Den utrolige historie om den kæmpestore pære (Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne)

Wie…, es gibt animierte Kinderfilme abseits von Disney und Pixar? Ja, offenbar schon, und zwar aus Dänemark, das schon lange für seine großzügige Förderung von heimischen Kinderfilmen gerühmt wird, die dort übrigens auch einen Großteil des Kinomarktes dominieren (das hat mir ein Vorstandsmitglied des Berliner Film und Fernsehverbandes so gesteckt, liebe Grüße an der Stelle). „Den utrolige historie om den kæmpestore pære – Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ von Philip Einstein Lipski, Amalie Næsby Fick und Jørgen Lerdam  ist genau so ein Film. weiterlesen →

Girls always angry? Rou qing shi – Girls Always Happy

Die sind doch einfach unerträglich!

Das war meine Grundstimmung während der ersten Minuten in Rou Qing Shi von Yang Mingming, die zudem das Skript verfasst hat und eine der beiden Hauptrollen spielt.

Mutter (Nai An, Mitte 50) und Tochter Wu (Yang Mingming Anfang 30) leben gemeinsam in einer sehr bescheidenen Wohnung und versuchen sich beide (ja, beide) als Schriftstellerinnen. Sie leiden unter kontinuierlichem Geld- und Erfolgsmangel, vor allem aber unter sich selbst.
Irgendwie hab ich schon ’n bisschen Lust darauf, zu sehen, wie die beiden sich angiften, hab ich mir gesagt. Und die Erwartungen wurden bestätigt weiterlesen →