Die Berlinale Preisträger 2019

Die Berlinale Preisträger 2019 sind bekannt! Hier die Gewinner und unsere Meinungen dazu!

Wettbewerb:

Goldener Bär:

Synonymes (Synonyme) von Nadav Lapid Produzent*innen: Saïd Ben Saïd, Michel Merkt:

Janosch: Hab ich nicht gesehen (den goldenen Bären verpasse ich einfach immer!). Hab auch quasi nichts davon gehört, weil ihn niemand besonders erwähnenswert fand. War wahrscheinlich ok, aber ich bin trotzdem verwirrt. Sollte der Bär nicht an So Long, My Son gehen?

Maike: Hab ich leider auch nicht gesehen, kommt dann aber in die Kinos und wird nachgeholt. Hatte gehofft, dass Svens Einschätzung (So Long, My Son) abräumen würde).

Constantin: Dito.

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Woo Sang von Li Su-jin – Vollgas vom Anfang bis zum Schluss

„Oh Gott, bitte keine Festivalfilme mehr!“ So oder so ähnlich hört man mich gen Ende der Berlinale jeden Tag in der Schlange aufstöhnen, wenn mir die tiefsinnigen, oft etwas schwerfälligen und im Festivalprogramm dominierenden Dramen zum Hals raushängen. Woo Sang von Li Su-jin versprach mir da eine willkommene Abwechslung – ein koreanischer Thriller, das wird bestimmt cool! Aber 140 Minuten lang? Egal, einen Versuch ist es wert. 20 Uhr im Zoopalast, Weltpremiere, die Filmcrew ist da und hat sich rausgeputzt. Kurz Applaus, „Gute Projektion“ und los gehts.

Aus dem Off ertönt der erste Satz des Films „Ich habe meinem Sohn einen runtergeholt, seit er 13 war.“ Nach ein paar weiteren Minuten ist mir und meinen Sitznachbarn klar: wenn der Film dieses Tempo hält, haben wir einen wilden Ritt vor uns.

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Mid90s von Jonah Hill – An erster Stelle ein geiler Film, an zweiter Stelle Skateboards!

Schauspieler, die sich als Regisseure versuchen, sind ja so eine Sache. Letztes Jahr kam Idris Elbas Filmdebüt Yardie raus, von dem ich im Nachhinein wohl eingestehen muss, dass Elbas Strahlkraft mich ein bisschen geblendet hatte. Das sollte mir diesmal nicht passieren! Weder Jonah Hill, noch die geballte 90er Nostalgie (inklusive 4:3 Format!) würden mich diesmal blenden. Haben sie auch nicht, weil Mid90s einfach ein verdammt guter Film geworden ist, der auch ohne Hill, Nostalgie und sogar ohne Skateboards noch funktionieren würde. weiterlesen →

Gut schrecklich, aber was bleibt?- der Goldene Handschuh von Fatih Akin

Ist ein Film automatisch schlecht, wenn er stellenweise so eklig ist, dass es einem die Fußnägel hochrollt und man sich im Kino oft wünscht, woanders zu sein? Nein, auf keinen Fall. Im Fall des Goldenen Handschuh von Fatih Akin würde ich argumentieren, dass die angewiderten Reaktionen des Publikums (mich eingeschlossen) eher ein Qualitätsmerkmal sind. Am Ende bleibt für mich aber das Fragezeichen: war das grade nur eine abgefahrene Geisterbahnfahrt, oder bleibt hier wirklich was zurück? weiterlesen →

Fantastisch als Filmessay, eher mittel als Spielfilm – Grâce à Dieu von François Ozon

Filme über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gab es in den letzten Jahren ja schon einige. Nicht, dass das etwas Schlechtes wäre, im Gegenteil. Während Spotlight aber sehr nah an den außenstehenden Journalisten dranblieb, die die Missbrauchsfälle aufdeckten, und der exzellente El Club aus dem Jahr 2015 die Sicht straffälliger Priester erzählt, gibt François Ozon in Grâce à Dieu den Opfern von Missbrauch eine Stimme. Auch die Erzählstruktur und der Ton des Films hebt sich deutlich von vermeintlich vergleichbaren Filmen ab. weiterlesen →

Grüße aus dem Sarg! Aniara in „the Worlds most Claustrophobic Cinema“

Da stand ich also, irgendwo am Rande Göteborgs im Schnee, vor einem quadratischen Glaskasten und wartete auf das Abholkommando. Mit mir fünf weitere, die sich ebenfalls Tickets für „das klaustrophobischste Kino der Welt“ gesichert hatten. Die Aktion ist schnell erklärt: man geht allein in einen Sarg, bekommt dort einen Film gezeigt, fertig. Da ich nicht grade als Horrorfan bekannt bin, war ich ganz schön erleichtert, als ich hörte, dass wir das schwedische „Sci-Fi Epos“ Aniara sehen würden. Gleichzeitig freute ich mich auch drauf, Klaustrophobie ist ja eh ein klassisches Science Fiction Element, das würde also sicher gut passen. weiterlesen →

Sons of Denmark – Populismus, Terror und die Polizei

Terroranschlag. Die Stimmung in der Gesellschaft kippt. Faschismus? In Ulaa Salims Dystopie Sons of Denmark: ja.

Während sich aus dem Nazi-Teil der dänischen Bevölkerung die radikale Terrorgruppe „Sons of Denmark“ bildet, haut Martin Nordahl (Rasmus Bjerg) in bester Höcke-Manier rassistischen Bullshit raus und führt damit die Wahlumfragen an. Die direkten Konsequenzen der Radikalisierung der Gesellschaft spürt auch der junge Migrant Zakaria (Mohammed Ismail Mohammed), der sich deshalb einer arabischen „Widerstandsgruppe“, defacto einfach eine den Sons of Denmark entgegengesetzte Terrorzelle, anschließt. Dort wird er von Ali (Zaki Youssef) trainiert und auf seine große Mission vorbereitet: ein Attentat auf Martin Nordahl. Gleichzeitig erleben wir als Zuschauer den merkwürdigen Zwiespalt in der Polizei, die auf dem rechten Auge blind zu sein scheint. weiterlesen →

If Beale Street Could Talk – So viel Liebe in und für diesen Film!

Wann habt ihr euch zuletzt gefragt: „wann habe ich eigentlich das letzte Mal einen richtig guten Liebesfilm gesehen?“ Nie? Ich auch nicht. Es war schon ‘ne Weile her, dass ich einen gesehen habe, der mir nahe geht und mich nicht zum zynischen Augenrollen animiert. Und eigentlich hatte ich damit auch meinen Frieden gemacht. Dass ich das Gefühl, das mir eine gute Romanze gibt, vermisst hatte, das wurde mir erst klar, als ich bei If Beale Street Could Talk von Moonlight-Regisseur Barry Jenkins im Kino saß. weiterlesen →