Aurora – Wie man mit einem schlechten Drehbuch den Eröffnungsfilm verkackt

Eröffnungsfilme auf Filmfestivals sind ja immer so eine Sache:
Ein bisschen Glamour sollen sie versprühen (für die große Eröffnung, hach), gern etwas politisch sein aber ja gut verträglich, damit es keine Kontroversen gibt. Bei der Premiere sollen sich alle wohl fühlen, schön bisschen Blitzlichtgewitter, ein paar Prosecco ballern, das Screening mitnehmen und dann ab zur Eröffnungsparty und zurück zu mehr Prosecco. Die Qualität des Eröffnungsfilms ist erstmal zweitrangig, solange sich niemand auf den Schlips getreten fühlt. So wurde es mir gestern zumindest von Festivalmitarbeitern erklärt. weiterlesen →

The Lucky One- „Voll artsy“ „ja, aber gut ne?“

Das ist er also: mein erster Film auf dem Göteborger Film Festival – und dann gleich einer, der so schwer einzuordnen ist.

The Lucky One von Mia Engberg ist weniger ein klassischer Spielfilm im eigentlichen Sinne als ein Kunstprojekt mit mehreren ineinander verwobenen Narrativen. Zusätzlich kommt der Film (bis auf zwei kurze Ausnahmen) komplett ohne die körperlichePräsenz der Darsteller aus. Die Handlung wird nur durch Dialoge erzählt, die aus dem Off über die schwarze Leinwand, Stadttreiben und Landschaftsaufnahmen gelegt werden. weiterlesen →

Sehsüchte 2018, Tag 2: Ein Drache, ein Elch, ein Sakko und Janoschs Lieblingsfilm

Am zweiten Tag des Sehsüchte Festivals gab es nicht nur wieder viele Screenings und Workshops, sondern auch ein Fußballturnier und ein anschließendes Barbecue. Bei ersterem habe ich nicht teilgenommen, bei letzterem sehr wohl. Danke an der Stelle nochmal für das gute Essen.

Nun aber zu den Highlights von Tag 2: weiterlesen →

Sehsüchte 2018, Tag 1: Karussells, Mobbing und die AfD

Es ist wieder so weit. Die Film-Uni Babelsberg öffnet ihre Pforten, auf dass junge Filmschaffende ihre Werke auf die Leinwände ballern und der Pöbel sich daran ergötzen möge. Weniger schwülstig ausgedrückt:
Das 47. Sehsüchte Filmfestival steht an! Wie schon letztes Jahr begebe ich (Janosch, Hallo zusammen) mich nach Potsdam, um mir die kurzen wie langen Beiträge von Jungregisseuren aus aller Welt zu geben. Und natürlich, um hier darüber zu berichten! weiterlesen →

I don’t like Reggae, I love it! -Yardie von Idris Elba

„Ich bin ja ein großer Fan von Idris Elba.“ – ein Satz, den man wohl von jedem so oder so ähnlich hören konnte, der sich während der Berlinale ins Kino begeben hatte, um Elba’s Regiedebut Yardie zu sehen. Ich bin auch ein großer Fan von Elba. Toller Schauspieler, cooler Typ, der beim Q&A einen extrem sympathischen Eindruck hinterlassen hat. Gleichzeitig gehen bei mir aber auch schrillste Alarmglocken los, wenn ein A-List Schauspieler sich entschließt, unter die Regisseure zu gehen. weiterlesen →

Twarz (Mug) von Małgorzata Szumowska – Von Gesichtern und Außenseitern

Das Gesicht verlieren, das heißt im allgemeinen Sprachgebrauch, Ansehen, Glaubwürdigkeit, Würde, Respekt einzubüßen. Vor allem in öffentlichen Räumen sind wir alle (das beschränkt sich ja nicht nur auf asiatische Kulturräume) darum bemüht, unser Gesicht zu wahren. In Twarz (Mug) von Małgorzata Szumowska verliert der Protagonist Jacek (Mateusz Kościukiewicz) sein Gesicht, hier allerdings wortwörtlich. Daraus entspannt sich ein facettenreiches Drama, das feinfühlig und mit viel Witz Fragen zu Außenseitertum und Identität verhandelt. weiterlesen →

Dumm, abstoßend, belanglos – Inkan, gongkan, sikan grigo inkan (Human, Space, Time and Human) von Kim Ki-duk

Ok, ich wurde vorgewarnt. Der Regisseur Kim Ki-duk habe „ein bisschen n’Rad ab“, wurde mir gesagt. „In seinem letzten Film wurden 4 Penisse abmontiert“, oder so ähnlich. „Ist ja alles kein Ding“, dachte ich vorher. Und dann hab ich mich durch Inkan, gongkan, sikan grigo inkan gequält und singe jetzt ein anderes Lied. Ich könnte mich ewig aufregen. So richtig ist das der Film aber nicht wert. Deshalb fasse ich mich einigermaßen kurz. weiterlesen →

Die beste Doku der Berlinale! The Silence of Others von Almudena Carracedo und Robert Bahar

Ich habe bislang fünf Dokumentationen auf der Berlinale gesehen, von denen die meisten gut bis ziemlich gut waren (von der ein oder anderen werden wir sicher noch berichten).

Dann sah ich The Silence of Others von Almudena Carracedo und Robert Bahar und bin mir sicher: Das ist von allen Dokumentarfilmen der Berlinale der stärkste, es sei denn, es käme noch einer von der Qualität des Meilensteins The Look of Silence von 2015 (die Namen sind ja voll ähnlich!), was ich angesichts des Programmes wirklich nicht erwarte. weiterlesen →

Gemeinsam um die Runden kommen – Al Gami’ya – What comes around

Man stelle sich vor: Mehrere Bewohner eines Viertels zahlten regelmäßig einen kleinen Geldbetrag in einen Topf. Danach würde gemeinsam entschieden, wem davon etwas als erstes zukommen soll. Finanzen würden nach Notwendigkeit verteilt, Kinder lernten dieses System von den älteren Generationen und wüchsen mit dem Verständnis auf, dass Geld eine gemeinsame Angelegenheit ist…

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